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15. Januar 2018

Ein klösterlicher Hausnachmittag

Am 14. Januar fand wieder einmal ein Hausabend statt. Um ganz korrekt zu sein: Es war ein wunderbarer „Hausnachmittag“ in Brauweiler.

Los ging es mit einer Führung durch die Abtei Brauweiler. Man erwartet ein derartiges Bauwerk eigentlich nicht so knapp vor den Toren Kölns. Aber wir Beethoven-Lions wissen nun, warum – nämlich aus strategischen Gründen – vor rund 1000 Jahren hier die Gründung einer Benediktiner Abteil erfolgte. Auf der Homepage der Abtei (http://www.abteibrauweiler.lvr.de/de/startseite.html) es:

Im Jahr 1024 gründeten der lothringische Pfalzgraf Ezzo und seine Frau Mathilde, Tochter Kaiser Ottos II. und der Byzantinerin Theophanu, neben ihrem Besitz in Brauweiler ein Benediktinerkloster. Das Kloster entwickelte sich unter dem Einfluss des Reformklosters Stablo in Belgien. Richeza, die Tochter des Gründerpaares und Witwe des polnischen Königs Mieszko II., stiftete 1048 den Neubau der Kirche. Der Grundriss der Krypta folgte dem Vorbild von Stablo. Gegen 1135 ließ der damalige Abt Aemilius einen Neubau der Gesamtanlage beginnen, der erst im 13. Jahrhundert abgeschlossen wurde. 1547 erhielt die Abtei durch Kaiser Karl V. das Recht zur Führung eines Wappens und den Titel "Reichsabtei". 1780 bis 1785 ließ der letzte Abt, Anselmus Aldenhoven, die Prälaturgebäude erbauen und beauftragte damit den Architekten Nikolaus Lauxen aus der Erzdiözese Trier. [Anmerkung der Redaktion: Diese Bauwerke in sechs Jahren vollständig hochzuziehen sollte den heutigen Bauplanern für Flughäfen, Brücken, Konferenzzentren etc. durchaus ein Vorbild sein…].

1802 wurden auf Erlass des französischen Staates alle Klosterbesitzungen verstaatlicht. Auch in Brauweiler wurde das Kloster aufgelöst und die Mönche vertrieben. Nur wenige Jahre später wurde in den vorhandenen Gebäuden eine sogenannte „Bettleranstalt“ (1809 bis 1815) eingerichtet. Aus ihr ging in preußischer Zeit (ab 1815) die Arbeitsanstalt Brauweiler hervor, die bis 1967 bestehen blieb.

Während des Nationalsozialismus dienten einzelne Gebäude auf dem Gelände der Arbeitsanstalt als frühes Konzentrationslager ("Schutzhaftlager", 1933/34) und Gestapogefängnis. Zahlreiche Inhaftierte wurden Opfer des Terrorregimes. An sie erinnert heute die Gedenkstätte Brauweiler im Keller des ehemaligen „Frauenhauses“, die in einer Dauerausstellung zugleich die Geschehnisse der Jahre 1933 bis 1945 in der Arbeitsanstalt Brauweiler dokumentiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1949/50 wurde die Arbeitsanstalt zunächst als Lager für sog. Displaced Persons genutzt, in dem DPs des Kölner Raumes untergebracht wurden. Im Mai 1950 nahm die Arbeitsanstalt ihre Tätigkeit wieder auf.

Nach Schließung der Arbeitsanstalt Brauweiler wurden die Gebäude von 1969 bis 1978 als Landeskrankenhaus für Psychiatrie genutzt. Dieses wurde nach mehreren Todesfällen von Patienten, Skandalen und massiven Protesten gegen die Zustände im Krankenhaus geschlossen. Bereits 1977 beschloss der Landschaftsverband Rheinland, die Gebäude zu sanieren und zu restaurieren und künftig einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Seit Mitte der 1980er Jahre haben hier mehrere Kulturdienststellen des LVR ihren Dienstsitz.“

Die sehr sachkundige Führung und die vielen Erläuterungen ließen die Zeit wie im Fluge vergehen. Dabei konnte nun nur ein kleines Puzzleteil betrachtet werden. Das Gesamtgelände bietet zahlreiche weitere Möglichkeiten, in die lange und überaus interessante zeitliche aber auch bauhistorische Geschichte zu springen. Insofern ist nicht auszuschließen, dass es eine Fortsetzung dieses Termins gibt. Dieser dürfte aber durchaus bei wärmeren Temperaturen stattfinden… - aber warm hatten es die Mönche damals ja auch nicht.

Abgerundet wurde dieser überaus gelungene Nachmittag mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken am Kamin und vielen fröhlichen Gesprächen. Wir sagen unserer phantastischen Gastgeberin, Dorothea, vielen vielen Dank.

Einige Photos zu diesem Ausflug, finden sich in der Bildergalerie.


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